Spiel-Phasen
Grob kann man den Spielverlauf in 5 bzw. 6 Phasen unterteilen.
Dabei hängen die letzten 3 bzw. 2 Phasen jeweils davon ab, ob man alleine oder als Gegenpartei spielt.
Phase 1 |
Phase 2 |
| Vor dem Reizen | Beim Reizen |
| 1. In welcher Position bin ich? | 1. Was haben die Gegner gereizt |
| 2. Wieweit reize ich maximal? | 2. Was wollten die Gegner spielen? |
Phase 1
Vor dem Reizen: Das erste was man macht, bevor man seine Karten aufnimmt ist, seine eigne Postion zu bestimmen, also ob man sich in Vor-, Mittel- oder Hinterhand befindet.
Anschließend nimmt man die Karten auf und überlegt sich schon vor dem Reizen, wie weit man geht und ob man ggf. auf ein Handspiel reizt.

Phase 2
Während dem Reizen: Man sollte sich grundsätzlich immer alle Reizwerte der Mitspieler merken, da diese im Spiel ein Hinweiß auf ein mögliches Anspiel sein können. Mehr Informationen stehen in den Taktiken.
Deswegen muss man zuerst die Reizwerte einem Spiel zuordnen. Hat jemand z.B 20 gereizt, wollte er wohl Herz spielen.
Phase 3 beim Solospiel |
Phase 4 beim Solospiel |
Phase 5 beim Solospiel |
Phase 6 beim Solospiel |
| Beim Drücken | Spielaufbau | Hauptspiel | Endspiel |
| 1. Welche Position bin ich? | 1. Trumpf- Konstellationen feststellen | 1. Infos aus Phase 4 verarbeiten | 1. Spielgewinn sichern |
| 2. Wer wollte was spielen? | 2. Augen + Trümpfe mitzählen | 2. Weiterhin Augen + Trümpfe zählen | 2. Nach dem Spiel: Augen nochmals zählen |
| 3. Wie können die Trümpfe stehen? | 3. Sonstige Kartenverteilungen ermitteln | ||
| 4. Welche Strategie ist optimal? |
Phase 3 beim Solospiel
Beim Drücken fließen mehrere Aspekte mitein: Natürlich ist es immer gut, wenn man sich eine Farbe frei drückt. Sollte man vorher die folgenden 4 Fragen beantworten:
Welche Position bin ich? In Vorhand lassen sich Spiele meistens leichter gewinnen, in Mittelhand muss man vielleicht ein paar mehr Augen drücken, oder in Hinterhand eine besetzte 10 behalten.
Wer hat was gereizt? Wenn ein anderer Spieler Herz gereizt hat, ist es oft sinnvoll Herz zu drücken, um besser auf die lange Herzfarbe des Gegners reagieren zu können.
Welche Trumpfkonstellationen sind möglich? Wenn man selbst 5 Trümpfe hält, dann haben die Gegner 6. Die Optimale Verteilung wäre 3:3. Doch sollte man hier von dem schlechteren Fall, also einem 4:2 Stand ausgehen, um nicht überrumpelt zu werden.
Welche Strategie ist optimal? Man sollte sich vor dem Spiel schon eine Grundstrategie überlegen, nach der man vorgehen will. Auf wieviel Augen steche ich, wann kann ich wegwerfen, wie oft muss ich Trümpfe ziehen. Solche Fragen sollte man vorher kurz durchdenken.
Phase 4 beim Solospiel
Als erstes ist es ganz wichtig, die Trumpfkonstellation festzustellen. Wenn beim ersten Trumpfanspiel gleich der Kreuz-Bube fällt, dann hat derjenige wohl keinen Trumpf mehr. Prinzipiell sollte man sich immer überlegen welche Trümpfe die Gegner haben und warum sie gerade einen bestimmen zugeben. Daraus kann man oft schon die Trumpfverteilung ermitteln.
Des weiteren muss man immer Augen + Trümpfe mitzählen, um im Haupt- und Endspiel eine bessere Entscheidungsgrundlage zu haben.
Außerdem ist es gut zu wissen, wer welche Farbe lang/kurz hat oder einer Farbe frei ist.

Phase 5 beim Solospiel
Das Hauptspiel besteht eigentlich nur darin, die Informationen aus den vorgehenden Phasen zu verarbeiten und darauf zu reagieren. Hierfür ist vorallem Spielerfahrung nötig und generelle Tipps sind eher schwierig.
Auch in dieser Phase ist mitzählen sehr wichtig.
Phase 6 beim Solospiel
Durch konsequentes Mitzählen ist es im Endspiel wesentlich leicher, den Spielgewinn oder Schneider zu sichern. Hat man beispielsweise bereits 59 Augen, so kann man auch mal 0 Augen mit einem Buben stechen, um zu gewinnen.
Sobald der letzte Stich eingezogen ist, sollte man seine eigenen Augen nochmals zählen und sie nie auf Aussagen der Gegenpartei verlassen.
Phase 3 beim Gegenspiel |
Phase 4 beim Gegenspiel |
Phase 5 beim Gegenspiel |
| Spielaufbau | Hauptspiel | Endspiel |
| 1. Auf Reizung eingehen | 1. Alleinspieler in die Mitte bringen | 1. Infos aus Phase 4 verarbeiten |
| 2. Auf Mitspieler eingehen | 2. Augen + Trümpfe mitzählen | |
| 3. Mitzählen | 3. Karten des Mitspielers ermitteln | |
| 4. Gemeinsam Weg suchen |
Phase 3 beim Gegenspiel
Der richtige Spielaufbau ist beim Gegenspiel das allerwichtigste. Das Anspiel entscheidet hier oft schon über Sieg oder Niederlage.
Ein guter Anhaltspunkte für das richtige Anspiel ist immer die Reizung des Mitspielers. Hat er beispielsweise 22 gereizt, ist ein Pikanspiel nicht verkehrt.
Des weiteren ist es sehr wichtig, auf das Anspiel des Mitspielers einzugehen. Spielt dieser z.B Kreuz an, so sollte man im nächsten Stich Kreuz nachspielen. Die Grundidee dahinter ist immer, dass sich der Mitspieler beim Anspielen etwas bestimmtes gedacht hat und man sollte seinen Plan dann weiter vervollständigen.
Es geht also darum, gemeinsam einen Weg zu suchen, um für das Hauptspiel eine gute Ausgangsposition zu bekommen.
Phase 4 beim Gegenspiel
Der Schwerpunkte des Hauptspiels besteht darin, den Alleinspieler in Mittelhand zu nehmen, damit der eigene Mitspieler hinten als letzter an der Reihe ist und damit immer noch reagieren kann.
Außerdem sollte man versuchen, die Karten des Mitspielers zu ermitteln, um ihm beispielsweise eine 10 frei zuspielen oder ihm keine Augen kaputt zu machen. Die Hauptaufgabe besteht also wieder darin, zu hinterfragen, warum der Mitspieler genau diese Karte ausspielt und welche weiteren Karten er folglich haben könnte.

Phase 5 beim Gegenspiel
Das Endspiel ist bei einem guten Spielaufbau und Hauptspiel meistens nicht mehr besonders schwierig, da die Trümpfe bereits gefallen sind und klar ist, wer noch welche Karten halten muss. Wenn man konsequent mitgezählt hat, gibt es hier nichts besonderes mehr zu beachten.